Was tun bei einer unklaren Rechnung?

Eine unklare Rechnung sollte nicht vorschnell bezahlt, aber auch nicht ignoriert werden.

Prüfen Sie genau, welcher Anbieter die Rechnung geschickt hat, welche Leistungen berechnet wurden und ob die Beträge mit Ihrem Vertrag übereinstimmen.

Wenn Sie einen Fehler vermuten, widersprechen Sie möglichst schnell schriftlich und bitten Sie um eine nachvollziehbare Aufstellung.

Welche Rechnungen können betroffen sein?

Eine unklare Rechnung kann zum Beispiel betreffen:

  • Telefonanschluss,
  • Internetvertrag,
  • Mobilfunkvertrag,
  • Gerätevertrag,
  • Zusatzoptionen,
  • Streaming-Dienst,
  • Abonnement,
  • Servicevertrag oder
  • andere laufende Verträge.

Prüfen Sie zuerst, zu welchem Vertrag die Rechnung gehört.

Rechnung vollständig lesen

Achten Sie besonders auf folgende Angaben:

  • Name des Anbieters,
  • Kundennummer,
  • Vertragsnummer,
  • Rechnungsnummer,
  • Abrechnungszeitraum,
  • Grundgebühr,
  • Zusatzkosten,
  • einmalige Kosten,
  • Gutschriften,
  • Rabatte,
  • bereits geleistete Zahlungen,
  • Zahlungsfrist und
  • Bankverbindung.

Vergleichen Sie die Rechnung mit Ihrem Vertrag und früheren Abrechnungen.

Vertrag prüfen

Suchen Sie Ihre Vertragsunterlagen heraus.

Prüfen Sie:

  • Welche monatliche Grundgebühr wurde vereinbart?
  • Welche Leistungen sind im Preis enthalten?
  • Gibt es eine Mindestvertragslaufzeit?
  • Wurden Zusatzoptionen vereinbart?
  • Wurde ein Gerät mitbestellt?
  • Gibt es Rabatte oder Bonuszahlungen?
  • Wurde der Preis nach einer bestimmten Zeit erhöht?
  • Wurde der Tarif geändert?
  • Ist eine Kündigung erfolgt?

Bewahren Sie Vertragsbestätigung, Rechnungen und Schriftverkehr gut auf.

Welche Kosten können unklar sein?

Prüfen Sie besonders genau:

  • nicht bekannte Zusatzoptionen,
  • einmalige Bereitstellungsgebühren,
  • Kosten für Geräte,
  • Verbindungsentgelte,
  • Roaming-Kosten,
  • Drittanbieterleistungen,
  • Mehrwertdienste,
  • Technikergebühren,
  • Mahnkosten,
  • Rücklastschriftgebühren,
  • doppelte Abbuchungen,
  • nicht berücksichtigte Rabatte oder
  • nicht nachvollziehbare Preisänderungen.

Markieren Sie alle Positionen, die Sie nicht verstehen.

Kontoauszüge prüfen

Vergleichen Sie die Rechnung mit Ihren Kontoauszügen.

Achten Sie darauf:

  • Wurde der Betrag bereits bezahlt?
  • Gab es eine doppelte Abbuchung?
  • Wurde eine Lastschrift zurückgebucht?
  • Wurden frühere Zahlungen berücksichtigt?
  • Stimmt der abgebuchte Betrag mit der Rechnung überein?

Wenn Sie einen Kontoauszug als Nachweis einreichen, schwärzen Sie alle Buchungen, die mit der Sache nichts zu tun haben.

Telefon- oder Mobilfunkrechnung beanstanden

Wenn eine Telefon- oder Mobilfunkrechnung unklare Verbindungsentgelte enthält, sollten Sie möglichst schnell reagieren.

Beanstanden Sie die betreffenden Beträge schriftlich.

Bei in Rechnung gestellten Verbindungen sollten Sie innerhalb von acht Wochen nach Erhalt der Rechnung widersprechen.

Bitten Sie den Anbieter um:

  • genaue Erläuterung der Rechnungsposten,
  • Nachweis der einzelnen Verbindungen,
  • technische Prüfung,
  • korrigierte Rechnung und
  • schriftliche Antwort.

Warten Sie nicht bis zum Ablauf der Frist.

Einzelverbindungsnachweis anfordern

Wenn Ihnen Telefonverbindungen, Kurznachrichten oder andere Verbindungsentgelte berechnet wurden, die Sie nicht nachvollziehen können, bitten Sie um einen Einzelverbindungsnachweis.

Prüfen Sie:

  • Datum,
  • Uhrzeit,
  • Dauer der Verbindung,
  • Zielrufnummer,
  • berechneten Betrag und
  • mögliche Zusatzkosten.

Beachten Sie, dass nicht jede Verbindung vollständig angezeigt werden kann.

Drittanbieterleistungen prüfen

Auf Mobilfunkrechnungen können Leistungen anderer Anbieter abgerechnet werden.

Das können zum Beispiel sein:

  • Abonnements,
  • Spiele,
  • Gewinnspiele,
  • Apps,
  • Klingeltöne,
  • Informationsdienste oder
  • andere kostenpflichtige Dienste.

Wenn Sie eine Drittanbieterleistung nicht abgeschlossen haben, widersprechen Sie schriftlich.

Bitten Sie um:

  • genaue Bezeichnung des Drittanbieters,
  • Datum des Vertragsabschlusses,
  • Nachweis Ihrer Zustimmung,
  • vollständige Aufstellung der Kosten und
  • Stornierung unberechtigter Forderungen.

Prüfen Sie außerdem, ob eine Drittanbietersperre eingerichtet werden soll.

Preisänderung prüfen

Wenn die Grundgebühr plötzlich höher ist, prüfen Sie Ihre Unterlagen.

Achten Sie darauf:

  • Wurde eine Preisänderung angekündigt?
  • Wann wurde das Schreiben verschickt?
  • Ab welchem Datum gilt der neue Preis?
  • Wurde ein Rabatt beendet?
  • Ist ein günstiger Einführungszeitraum abgelaufen?
  • Wurde der Tarif geändert?
  • Besteht ein Sonderkündigungsrecht?

Bitten Sie den Anbieter schriftlich um Erläuterung, wenn die Erhöhung nicht nachvollziehbar ist.

Rechnung schriftlich beanstanden

Widersprechen Sie einer unklaren Rechnung möglichst schriftlich.

Geben Sie an:

  • Name und Anschrift,
  • Kundennummer,
  • Vertragsnummer,
  • Rechnungsnummer,
  • Datum der Rechnung,
  • beanstandete Positionen,
  • betroffene Beträge,
  • kurze Begründung und
  • gewünschte Lösung.

Bitten Sie um:

  • vollständige Prüfung,
  • verständliche Aufstellung,
  • Korrektur der Rechnung und
  • schriftliche Antwort innerhalb einer angemessenen Frist.

Bewahren Sie eine Kopie und einen Nachweis über den Versand auf.

Nicht einfach die gesamte Zahlung einstellen

Ignorieren Sie eine Rechnung nicht.

Wenn nur einzelne Positionen unklar sind, prüfen Sie, ob der nachvollziehbare Teilbetrag bezahlt werden kann.

Geben Sie bei der Zahlung eindeutig an, für welche Rechnung und welchen Betrag Sie zahlen.

Stellen Sie Zahlungen nicht vorschnell vollständig ein. Sonst können Mahnkosten, Sperrungen oder weitere Probleme entstehen.

Holen Sie sich bei Unsicherheit Unterstützung.

Was tun bei einer Mahnung?

Wenn bereits eine Mahnung eingegangen ist, reagieren Sie sofort.

Prüfen Sie:

  • offene Forderung,
  • Rechnungsnummer,
  • Zahlungsfrist,
  • Mahnkosten,
  • bereits geleistete Zahlungen und
  • mögliche Androhung einer Sperre.

Wenn Sie der Rechnung bereits widersprochen haben, weisen Sie schriftlich darauf hin.

Fügen Sie eine Kopie Ihres früheren Schreibens und den Versandnachweis bei.

Was tun bei einer Sperrandrohung?

Wenn der Anbieter eine Sperre androht, sollten Sie sofort schriftlich reagieren.

Teilen Sie mit:

  • welche Rechnung beanstandet wird,
  • welche Beträge unklar sind,
  • welcher Teilbetrag bereits bezahlt wurde,
  • wann Sie widersprochen haben und
  • welche Nachweise vorliegen.

Bitten Sie darum, bis zur Klärung keine Sperre umzusetzen.

Holen Sie sich bei Bedarf Unterstützung bei einer Verbraucherzentrale oder Beratungsstelle.

Was tun, wenn der Anbieter nicht reagiert?

Wenn der Anbieter auf Ihre schriftliche Anfrage nicht reagiert oder keine nachvollziehbare Lösung anbietet, können Sie sich bei Problemen mit Telefon oder Internet an die Bundesnetzagentur wenden.

Bei Streitigkeiten kann außerdem geprüft werden, ob ein Schlichtungsverfahren bei der Schlichtungsstelle Telekommunikation der Bundesnetzagentur möglich ist.

Vorher sollten Sie versucht haben, das Problem direkt mit dem Anbieter zu klären.

Bewahren Sie deshalb Ihre Schreiben und Versandnachweise auf.

Welche Unterlagen sollte man aufbewahren?

Sammeln Sie insbesondere:

  • Vertrag,
  • Vertragszusammenfassung,
  • Rechnungen,
  • frühere Abrechnungen,
  • Kontoauszüge,
  • Zahlungsbelege,
  • Kundennummer,
  • Vertragsnummer,
  • Rechnungsnummer,
  • Einzelverbindungsnachweis,
  • Schriftverkehr mit dem Anbieter,
  • Screenshots,
  • Mahnungen,
  • Sperrandrohungen,
  • Eingangsbestätigungen und
  • Versandnachweise.

Was sollte man nicht tun?

  • Rechnung nicht ungeprüft bezahlen.
  • Rechnung nicht einfach ignorieren.
  • Fristen nicht verstreichen lassen.
  • Telefon- oder Mobilfunkrechnung nicht erst nach mehreren Monaten beanstanden.
  • Nicht nur telefonisch widersprechen.
  • Keine Originalunterlagen ohne Grund verschicken.
  • Zahlungsnachweise und Versandbelege nicht wegwerfen.
  • Bei einer Mahnung oder Sperrandrohung nicht zu lange warten.

Wichtig

Diese Seite gibt eine erste Orientierung.

Welche Schritte notwendig sind, hängt davon ab, welche Rechnung betroffen ist und welche Beträge unklar sind.

Prüfen Sie den Vertrag und die Rechnung sorgfältig. Beanstanden Sie unklare Positionen möglichst schnell schriftlich.

Kurz zusammengefasst

Vergleichen Sie die Rechnung mit Ihrem Vertrag, früheren Abrechnungen und Kontoauszügen. Markieren Sie alle unklaren Positionen und widersprechen Sie schriftlich. Bei einer Telefon- oder Mobilfunkrechnung sollten unklare Verbindungsentgelte innerhalb von acht Wochen nach Erhalt der Rechnung beanstandet werden. Bewahren Sie Kopien und Versandnachweise auf.

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Musterbrief: Widerspruch gegen eine unklare Rechnung und Bitte um Überprüfung

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