Ein Inkasso-Brief sorgt oft zuerst für Angst. Viele zahlen dann sofort, obwohl sie gar nicht genau wissen, ob die Forderung überhaupt richtig ist. Genau das sollte man nicht tun. Wichtig ist, ruhig zu bleiben und den Brief genau zu prüfen.
Zuerst sollte man schauen, wer schreibt, um welche Forderung es geht, von wann die Forderung ist und ob man die Sache überhaupt kennt. Inkassobüros treiben Forderungen für andere Firmen ein. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass alles korrekt ist.
Wichtig ist vor allem:
Nicht sofort zahlen, sondern erst prüfen.
Diese Punkte sollten Sie kontrollieren
- Ist der Name und die Anschrift richtig?
- Kennen Sie die genannte Firma oder den Vertrag?
- Stimmt der Betrag?
- Ist die Hauptforderung nachvollziehbar?
- Sind zusätzliche Inkasso-Kosten aufgeführt?
- Gibt es schon Mahnungen oder Schreiben davor?
Oft werden zu einer eigentlichen Forderung noch Inkasso-Gebühren, Mahnkosten oder Zinsen verlangt. Nicht alles davon ist immer in voller Höhe berechtigt.
Wenn die Forderung berechtigt ist
Wenn Sie sicher sind, dass die Forderung stimmt, sollte man trotzdem nicht einfach unüberlegt zahlen. Prüfen Sie zuerst, ob die Summe nachvollziehbar ist. Manchmal ist nur die Hauptforderung richtig, aber die Nebenkosten sind zu hoch.
Wenn man den Betrag nicht auf einmal zahlen kann, sollte man dem Inkassobüro schriftlich mitteilen, dass man zahlen will, aber nur in Raten. Wichtig ist, alles schriftlich zu machen und Kopien aufzubewahren.
Wenn die Forderung unklar oder falsch ist
Wenn Sie die Forderung nicht kennen oder sie für falsch halten, sollten Sie schriftlich widersprechen. Am besten kurz und sachlich. Zum Beispiel:
„Hiermit widerspreche ich der Forderung. Bitte übersenden Sie mir einen nachvollziehbaren Nachweis über Grund und Höhe der Forderung.“
Wichtig:
Nur weil ein Inkassobüro schreibt, heißt das noch nicht automatisch, dass sofort gezahlt werden muss.
Besonders wichtig: gerichtlicher Mahnbescheid
Wenn ein normaler Inkasso-Brief kommt, ist das noch kein Gerichtsschreiben. Anders ist es bei einem gerichtlichen Mahnbescheid. So ein Schreiben darf man nicht ignorieren. Dann laufen Fristen.
Ein Mahnbescheid kommt in der Regel vom Gericht, nicht vom Inkassobüro. Wenn so etwas im Briefkasten liegt, muss man schnell handeln.
Was Sie auf keinen Fall tun sollten
- Nicht aus Angst sofort bezahlen
- Nicht einfach alles ignorieren
- Nicht telefonisch etwas zusagen
- Keine Originalunterlagen verschicken
- Keine Fristen verstreichen lassen
Unser Tipp
Machen Sie sich von jedem Schreiben eine Kopie oder ein Foto.
Heben Sie Umschläge auf, wenn ein Zustellungsdatum darauf steht.
Antworten Sie möglichst schriftlich und bewahren Sie alles ordentlich auf.
Wer ruhig bleibt und die Forderung genau prüft, macht oft weniger Fehler als jemand, der aus Angst sofort handelt.
Hinweis
Die Inhalte auf dieser Seite dienen nur der allgemeinen Orientierung und stellen keine Rechtsberatung dar. Trotz sorgfältiger Erstellung kann keine Gewähr für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität übernommen werden. Jeder Fall ist anders. Bei wichtigen Fristen, Unsicherheiten oder rechtlichen Problemen sollte rechtzeitig fachkundiger Rat eingeholt werden.
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Hinweis: Es erfolgt keine Rechtsberatung und keine rechtliche Prüfung des Einzelfalls.