Wer muss die Bestattungskosten bezahlen?

Nach einem Todesfall entstehen häufig hohe Kosten für Beerdigung, Friedhof, Trauerfeier und weitere Leistungen. Deshalb stellt sich schnell die Frage:

Wer muss diese Kosten eigentlich bezahlen?

Die Antwort hängt davon ab, wer Erbe geworden ist, wer die Bestattung beauftragt hat und ob ausreichendes Vermögen im Nachlass vorhanden ist.

1. Grundsätzlich tragen die Erben die Bestattungskosten

Grundsätzlich müssen die Erben die Kosten der Beerdigung tragen.

Das bedeutet:

Wer Erbe wird, übernimmt nicht nur Vermögen, sondern grundsätzlich auch bestimmte Nachlassverbindlichkeiten.

Dazu gehören regelmäßig auch angemessene Bestattungskosten.

2. Mehrere Erben

Gibt es mehrere Erben, gehören die Bestattungskosten grundsätzlich zu den gemeinsamen Nachlassverbindlichkeiten.

Die Kosten sollten dann aus dem Nachlass bezahlt werden.

Reicht der Nachlass aus, muss nicht zwingend ein einzelner Erbe die Kosten dauerhaft allein tragen.

3. Bestattungskosten aus dem Nachlass bezahlen

Wenn genügend Geld vorhanden ist, können Bestattungskosten aus dem Nachlass bezahlt werden.

Zum Beispiel aus:

  • Bankguthaben
  • Bargeld
  • Sparguthaben
  • sonstigem Nachlassvermögen

4. Bankkonto des Verstorbenen

Viele Banken bezahlen nach Vorlage geeigneter Unterlagen unter Umständen Bestattungsrechnungen direkt vom Konto des Verstorbenen.

Das hängt von der Bank und vom Einzelfall ab.

Benötigt werden können:

  • Sterbeurkunde
  • Rechnung des Bestatters
  • Nachweis der Berechtigung

5. Nicht einfach Geld vom Konto abheben

Auch wenn Zugangsdaten bekannt sind, sollte nicht einfach Geld vom Konto des Verstorbenen abgehoben werden.

Besser ist es, die Bank offiziell über den Todesfall zu informieren und die Zahlung von Bestattungsrechnungen zu klären.

6. Welche Kosten gehören zur Bestattung?

Zu den typischen Bestattungskosten können gehören:

  • Bestattungsunternehmen
  • Sarg
  • Urne
  • Überführung
  • Einäscherung
  • Friedhofsgebühren
  • Grabstelle
  • Trauerfeier
  • Trauerhalle
  • Graböffnung
  • Bestattungsgebühren
  • Sterbeurkunden
  • teilweise weitere notwendige Nebenkosten

7. Kosten müssen angemessen sein

Erben müssen grundsätzlich nicht jede beliebig hohe Ausgabe akzeptieren.

Die Bestattungskosten sollten angemessen sein.

Dabei können berücksichtigt werden:

  • Lebensstellung des Verstorbenen
  • Vermögensverhältnisse
  • örtliche Gepflogenheiten
  • Umfang der Bestattung

8. Sehr teure Bestattung

Entscheidet ein Angehöriger allein für eine außergewöhnlich teure Bestattung, kann es später Streit darüber geben, welche Kosten tatsächlich aus dem Nachlass getragen werden müssen.

Deshalb sollten größere Ausgaben möglichst abgestimmt werden.

9. Wer den Bestatter beauftragt, ist Vertragspartner

Ein wichtiger Unterschied besteht zwischen:

  • der erbrechtlichen Pflicht zur Kostentragung
  • dem Vertrag mit dem Bestattungsunternehmen

Wer den Bestatter beauftragt und den Vertrag unterschreibt, kann gegenüber dem Bestattungsunternehmen persönlich zur Zahlung verpflichtet sein.

10. Auftraggeber kann zunächst zahlen müssen

Auch wenn eigentlich die Erben die Bestattungskosten tragen sollen, kann der Bestatter seine Rechnung zunächst gegenüber der Person geltend machen, die den Auftrag erteilt hat.

Diese Person kann möglicherweise später Erstattung aus dem Nachlass verlangen.

11. Deshalb Vertrag genau lesen

Vor der Unterschrift beim Bestattungsunternehmen sollte geprüft werden:

  • Wer wird Auftraggeber?
  • Wer unterschreibt?
  • Wie hoch sind die Kosten?
  • Welche Leistungen sind enthalten?
  • Welche Fremdkosten kommen hinzu?

12. Kostenvoranschlag verlangen

Ein Kostenvoranschlag kann helfen, Überraschungen zu vermeiden.

Achten Sie auf:

  • Bestatterleistungen
  • Friedhofsgebühren
  • Überführung
  • Einäscherung
  • Sarg oder Urne
  • Trauerfeier
  • Zusatzkosten

13. Friedhofskosten

Neben der Rechnung des Bestatters können zusätzliche Friedhofskosten entstehen.

Zum Beispiel:

  • Grabnutzungsgebühren
  • Beisetzungsgebühren
  • Nutzung der Trauerhalle
  • Graböffnung und Schließung
  • Verwaltungsgebühren

14. Grabstein

Ein Grabstein kann zusätzliche Kosten verursachen.

Ob und in welchem Umfang diese Kosten aus dem Nachlass zu tragen sind, kann vom Einzelfall abhängen.

15. Grabpflege

Langfristige Grabpflege gehört nicht automatisch in jedem Umfang zu den klassischen Bestattungskosten.

Hier können besondere Vereinbarungen, örtliche Regelungen oder testamentarische Wünsche eine Rolle spielen.

16. Traueranzeige

Auch Kosten für Traueranzeigen können im Zusammenhang mit der Bestattung entstehen.

Ob diese vollständig als Nachlassverbindlichkeit anzusehen sind, kann vom Umfang und Einzelfall abhängen.

17. Traueressen

Kosten für ein Traueressen können ebenfalls entstehen.

Hier sollte darauf geachtet werden, dass die Ausgaben in einem angemessenen Rahmen bleiben.

18. Blumenschmuck

Blumen, Kränze und Dekoration können Bestandteil der Bestattung sein.

Auch hier gilt:

Angemessenheit ist wichtig.

19. Sterbegeldversicherung

Existiert eine Sterbegeldversicherung, kann daraus Geld für die Bestattung zur Verfügung stehen.

Deshalb sollte schnell geprüft werden, ob eine solche Versicherung vorhanden ist.

20. Lebensversicherung

Auch eine Lebensversicherung kann eine Auszahlung vorsehen.

Ob das Geld tatsächlich für die Bestattung verwendet werden muss, hängt unter anderem davon ab, wer bezugsberechtigt ist.

21. Bestattungsvorsorge

Manche Menschen haben bereits zu Lebzeiten einen Bestattungsvorsorgevertrag abgeschlossen.

Dann können Teile oder sogar die gesamte Bestattung bereits bezahlt worden sein.

22. Vorsorgevertrag suchen

Suchen Sie nach:

  • Bestattungsvorsorgevertrag
  • Treuhandvertrag
  • Versicherungspolice
  • Bestatterunterlagen
  • Kontoabbuchungen

23. Erbschaft ausgeschlagen – muss man trotzdem zahlen?

Wer die Erbschaft wirksam ausschlägt, ist grundsätzlich nicht mehr als Erbe für die Nachlassverbindlichkeiten verantwortlich.

Trotzdem kann es andere gesetzliche Gründe geben, aus denen Angehörige für Bestattungskosten herangezogen werden können.

24. Bestattungspflicht und Erbrecht sind nicht dasselbe

Besonders wichtig:

Wer bestattungspflichtig ist, muss nicht automatisch Erbe sein.

Die Bestattungspflicht richtet sich nach den Bestattungsgesetzen der Bundesländer.

Dort kann geregelt sein, welche Angehörigen für die Bestattung sorgen müssen.

25. Bestattungspflichtige Angehörige

Je nach Bundesland können insbesondere in Betracht kommen:

  • Ehepartner
  • eingetragene Lebenspartner
  • Kinder
  • Eltern
  • Geschwister
  • weitere nahe Angehörige

Die genaue Reihenfolge kann je nach Bundesland unterschiedlich sein.

26. Erbschaft ausschlagen beseitigt nicht automatisch jede Pflicht

Eine Ausschlagung der Erbschaft bedeutet daher nicht zwangsläufig, dass man mit der Bestattung überhaupt nichts mehr zu tun hat.

Bestattungsrecht und Erbrecht müssen getrennt betrachtet werden.

27. Unterhaltspflichtige Angehörige

Unter bestimmten Voraussetzungen können auch unterhaltspflichtige Angehörige zur Kostentragung verpflichtet sein.

Das kann beispielsweise bei nahen Familienangehörigen eine Rolle spielen.

28. Wer bestellt, kann haften

Auch unabhängig von Erbschaft oder Familienverhältnis gilt:

Wer beim Bestatter einen Vertrag unterschreibt, kann aus diesem Vertrag persönlich zahlungspflichtig sein.

Deshalb sollte vor der Beauftragung geklärt werden, wer die Kosten übernimmt.

29. Kein oder kaum Nachlass vorhanden

Ist kein verwertbares Vermögen vorhanden, stellt sich die Frage, wer die Bestattung trotzdem bezahlt.

Dann können gesetzliche Verpflichtungen von Angehörigen eine Rolle spielen.

30. Sozialamt kann unter Umständen helfen

Wenn der zur Kostentragung Verpflichtete die Bestattungskosten nicht tragen kann, kann unter bestimmten Voraussetzungen beim Sozialamt die Übernahme notwendiger Bestattungskosten beantragt werden.

31. Voraussetzungen für Kostenübernahme

Das Sozialamt prüft unter anderem:

  • Wer ist zur Kostentragung verpflichtet?
  • Welche Kosten sind notwendig?
  • Wie hoch ist das Einkommen?
  • Welches Vermögen ist vorhanden?
  • Gibt es Nachlassvermögen?
  • Gibt es Versicherungen?

32. Antrag möglichst früh stellen

Wer voraussichtlich auf Unterstützung des Sozialamtes angewiesen ist, sollte sich möglichst früh informieren.

Besonders teure Zusatzleistungen werden möglicherweise nicht übernommen.

33. Nur notwendige Kosten

Bei einer Sozialbestattung werden grundsätzlich nur angemessene und erforderliche Kosten übernommen.

Luxusleistungen müssen normalerweise nicht finanziert werden.

34. Rechnungen aufbewahren

Für einen Antrag beim Sozialamt sollten alle Rechnungen und Kostenvoranschläge aufbewahrt werden.

Dazu können gehören:

  • Bestatterrechnung
  • Friedhofsrechnung
  • Krematorium
  • Sterbeurkunden
  • weitere notwendige Kosten

35. Einkommen und Vermögen werden geprüft

Das Sozialamt kann Nachweise verlangen über:

  • Einkommen
  • Bankkonten
  • Sparvermögen
  • sonstiges Vermögen
  • Nachlass
  • Versicherungsleistungen

36. Bestattung bereits bezahlt

Wer die Kosten bereits vollständig bezahlt hat, kann unter bestimmten Voraussetzungen trotzdem prüfen lassen, ob eine Kostenübernahme oder Erstattung möglich ist.

Ob dies gelingt, hängt vom Einzelfall ab.

37. Mehrere Angehörige

Gibt es mehrere Angehörige, kann sich die Frage stellen, wie die Kosten untereinander verteilt werden.

Dabei können relevant sein:

  • Erbquote
  • gesetzliche Verpflichtungen
  • vertragliche Verpflichtungen
  • bereits geleistete Zahlungen

38. Ein Angehöriger zahlt alles

Hat ein Angehöriger zunächst alle Bestattungskosten bezahlt, obwohl mehrere Erben vorhanden sind, kann möglicherweise ein Ausgleichsanspruch bestehen.

Die Kosten sollten deshalb genau dokumentiert werden.

39. Belege sammeln

Bewahren Sie alle Belege auf.

Zum Beispiel:

  • Bestatter
  • Friedhof
  • Blumen
  • Traueranzeige
  • Überführung
  • Einäscherung
  • Sterbeurkunden

40. Bezahlung dokumentieren

Notieren Sie außerdem:

  • Wer hat bezahlt?
  • Von welchem Konto?
  • Wann wurde bezahlt?
  • Welche Rechnung wurde beglichen?

Das ist besonders bei mehreren Erben wichtig.

41. Bestattungskosten bei Erbengemeinschaft

Bei einer Erbengemeinschaft sollten Bestattungskosten möglichst gemeinsam erfasst werden.

Sie können bei der späteren Aufteilung des Nachlasses berücksichtigt werden.

42. Nicht sofort Nachlass verteilen

Bevor vorhandenes Geld unter den Erben verteilt wird, sollten Bestattungskosten und andere Nachlassverbindlichkeiten berücksichtigt werden.

Sonst kann später Geld fehlen.

43. Beerdigung und Erbschaftsteuer

Bestattungskosten können bei der Berechnung der Erbschaftsteuer berücksichtigt werden.

Das Erbschaftsteuerrecht sieht für bestimmte Nachlasskosten einen Pauschbetrag vor.

Bei höheren tatsächlichen Kosten können unter bestimmten Voraussetzungen Nachweise erforderlich sein.

44. Unterlagen deshalb aufheben

Bestattungsrechnungen sollten deshalb auch für steuerliche Zwecke aufbewahrt werden.

45. Auslandstod

Stirbt jemand im Ausland, können zusätzliche Kosten entstehen.

Zum Beispiel:

  • Überführung nach Deutschland
  • besondere Dokumente
  • Übersetzungen
  • Einäscherung im Ausland
  • Transport der Urne

Diese Kosten können erheblich sein.

46. Reiseversicherung prüfen

Bei einem Todesfall im Ausland sollte geprüft werden, ob eine Versicherung besteht, die Überführungskosten übernimmt.

Zum Beispiel:

  • Auslandsreisekrankenversicherung
  • Kreditkartenversicherung
  • Reiseversicherung

47. Unfalltod

Bei einem Unfalltod kann eine Unfallversicherung Leistungen zahlen.

Deshalb sollte auch geprüft werden, ob eine private Unfallversicherung vorhanden ist.

48. Arbeitgeber fragen

In bestimmten Fällen können auch über den Arbeitgeber Leistungen bestehen.

Zum Beispiel:

  • betriebliche Versicherungen
  • Unterstützungskassen
  • Sterbegeldregelungen

Eine Nachfrage kann sinnvoll sein.

49. Gewerkschaften und Vereine

Manche Vereine, Berufsverbände oder andere Organisationen können Leistungen im Todesfall vorsehen.

Auch solche Mitgliedschaften sollten geprüft werden.

50. Bestattungskosten nicht mit sonstigen Schulden verwechseln

Bestattungskosten sind nur ein Teil der möglichen Nachlassverbindlichkeiten.

Zusätzlich können bestehen:

  • Kredite
  • Mietrückstände
  • Steuerschulden
  • offene Rechnungen
  • Pflegekosten
  • sonstige Forderungen

51. Bei überschuldetem Nachlass vorsichtig sein

Wenn der Nachlass wahrscheinlich überschuldet ist, sollten Angehörige nicht vorschnell größere Zahlungen aus eigenem Vermögen leisten.

Gleichzeitig muss die Bestattung trotzdem organisiert werden.

Deshalb sollte in solchen Fällen frühzeitig geklärt werden, wer rechtlich zur Zahlung verpflichtet ist.

52. Erbschaft ausschlagen rechtzeitig prüfen

Ist der Nachlass überschuldet, kann eine Ausschlagung in Betracht kommen.

Die Ausschlagungsfrist beträgt in vielen Fällen sechs Wochen.

Diese Frist sollte nicht wegen der Bestattungsorganisation vergessen werden.

53. Bestattung organisieren bedeutet nicht automatisch Erbschaft annehmen

Allein die Organisation einer angemessenen Bestattung bedeutet nicht automatisch, dass die Erbschaft angenommen wurde.

Trotzdem sollte bei einem überschuldeten Nachlass vorsichtig gehandelt werden und keine Verfügung über Nachlassvermögen erfolgen, die als Annahme ausgelegt werden könnte.

54. Testament beachten

Der Verstorbene kann Wünsche zur Bestattung hinterlassen haben.

Zum Beispiel:

  • Erd- oder Feuerbestattung
  • bestimmte Grabstätte
  • bestimmte Trauerfeier

Solche Wünsche sollten soweit möglich berücksichtigt werden.

55. Bestattungswünsche und Kosten

Ein sehr teurer Bestattungswunsch bedeutet nicht automatisch, dass jeder Angehörige persönlich sämtliche Kosten tragen muss.

Entscheidend sind unter anderem Nachlass, Vertrag und gesetzliche Verpflichtungen.

56. Streit zwischen Angehörigen

Bei Streit sollte möglichst schriftlich festgehalten werden:

  • wer die Bestattung beauftragt
  • welche Leistungen gewählt werden
  • welche Kosten entstehen
  • wie die Kosten verteilt werden sollen

Das kann spätere Auseinandersetzungen verhindern.

57. Was sollten Angehörige zuerst tun?

Eine sinnvolle Reihenfolge ist:

  1. prüfen, ob Bestattungsvorsorge besteht
  2. Sterbegeld- oder Lebensversicherung suchen
  3. Nachlassvermögen prüfen
  4. Bestattungsunternehmen auswählen
  5. Kostenvoranschlag verlangen
  6. klären, wer den Vertrag unterschreibt
  7. Rechnungen sammeln
  8. Bank über Todesfall informieren
  9. bei fehlenden finanziellen Mitteln Sozialamt kontaktieren
  10. Kosten später bei der Nachlassabrechnung berücksichtigen

Kurz zusammengefasst

Grundsätzlich gehören angemessene Bestattungskosten zu den Nachlassverbindlichkeiten und sind von den Erben zu tragen.

Trotzdem können auch andere Personen zur Zahlung verpflichtet sein.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen:

  • Erben
  • bestattungspflichtigen Angehörigen
  • unterhaltspflichtigen Personen
  • der Person, die den Vertrag mit dem Bestatter unterschrieben hat

Bei fehlendem Geld kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Übernahme notwendiger Bestattungskosten durch das Sozialamt möglich sein.

Besonders wichtig: Wer eine Erbschaft ausschlägt, ist nicht automatisch von jeder Pflicht im Zusammenhang mit einer Bestattung befreit. Bestattungspflicht und Erbrecht sind zwei unterschiedliche Bereiche.

Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle Rechts- oder Sozialberatung.